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Ölpreis erreicht Fünfmonatshoch

LBBW

23.10.2026 · 08:30 Uhr

Zehnjährige US-Staatsanleihen wieder unter 5 %


Die internationalen Aktienmärkte stehen zum Wochenschluss unter Druck. Der Nasdaq Composite verlor am Donnerstag 2,6 %. Vor allem Halbleiterwerte litten unter neuen Zweifeln an der Finanzierung des KI-Investitionsbooms. Der Brent-Future stieg am frühen Freitag zeitweise über 114 USD je Barrel. Aus markttechnischer Sicht wurde damit eine Dreiecksformation nach oben aufgelöst. Am US-Rentenmarkt führte die Suche nach Sicherheit zu kräftigen Kursgewinnen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank am Donnerstag um rund 19 Basispunkte auf 4,95 %. Dies war der stärkste Tagesrückgang seit März 2023. Zugleich schraubten Anleger ihre Erwartungen an weitere Zinserhöhungen der Federal Reserve zurück. Eine Anhebung im Dezember ist am Terminmarkt nicht mehr vollständig eingepreist.

LNG-Gas weiter knapp


Europäisches Erdgas hat sich seit Anfang Oktober kräftig verteuert. An der niederländischen Title Transfer Facility (TTF) stieg der Preis vergangene Woche zeitweise auf 91 EUR je Megawattstunde. Dies war der höchste Stand seit Ende 2022. Haupttreiber sind Einschränkungen bei der Produktion und beim Schiffstransport von Flüssigerdgas (LNG) am Persischen Golf. Dadurch fehlen je nach Schätzung 15 bis 20 % des weltweiten LNG-Angebots. Zusätzliche Lieferungen aus den USA und höhere Pipelinezuflüsse aus Norwegen mildern die Folgen, gleichen den Ausfall aber nicht aus. Zugleich liegen die europäischen Gasspeicherstände deutlich unter dem saisonüblichen Niveau. Europa muss deshalb im Winter stärker um flexibel verfügbare LNG-Ladungen konkurrieren. Ein kalter Winter, eine höhere Nachfrage aus Asien oder anhaltende Spannungen am Golf dürften die Preise weiter treiben. Dies könnte zugleich die Konjunktur belasten.

Japans Kerninflation wieder über dem Notenbankziel

Japans Kerninflation stieg im September von 1,7 % auf 2,1 %. Das zeigen die heute früh veröffentlichten Verbraucherpreisdaten. Die Rate ohne frische Nahrungsmittel lag damit erstmals seit neun Monaten wieder über dem 2%-Ziel der Bank of Japan. Ohne frische Nahrungsmittel und Energie stieg die Teuerung von 1,9 % auf 2,4 %. Treiber waren höhere Energie- und Importpreise sowie stärkerer Preisdruck bei einzelnen Dienstleistungen. Die Notenbank erhöhte den Leitzins im September auf 1,25 %. Nächste Woche wird überwiegend mit unveränderten Zinsen gerechnet. Eine weitere Anhebung im Dezember bleibt möglich, aber nicht beschlossen. Weiter im Fokus stehen heute um 10:00 Uhr die Schnellschätzung der Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone im Oktober. Die Privatwirtschaft dürfte weiter wachsen, allerdings mit geringerem Tempo. Für das verarbeitende Gewerbe erwarten wir einen Rückgang des PMI von 52,9 auf 52,5 Punkte. Der Dienstleistungsindex dürfte nach unserer Einschätzung von 53,0 auf ebenfalls 52,5 Punkte sinken. Für den Gesamtindex rechnen wir mit einem Rückgang von 53,1 auf 52,5 Punkte. Damit blieben alle drei Indizes über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Geldpolitisch relevant sind zudem die Ergebnisse der EZB-Verbraucherbefragung, die am Freitag veröffentlicht werden. Im Fokus stehen dabei die Inflationserwartungen auf Sicht von einem und drei Jahren.


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Herausgeber


Landesbank Baden-Württemberg
Am Hauptbahnhof 2
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